Der Versuch
Als der Tatra 57 B im Jahr 1938 präsentiert wurde,
bestand der Wunsch, diesen Personenwagen auch
als Sanitätswagen zu nutzen. Der Auftrag, dies in
Realität umzusetzen ging an das damals bekannt
renommierte Karosserieunternehmen `Carrosserie
Sodomka`. Die geschickten Modellbauer und
Mechaniker in Vysoké Mýto schneiderten das
neue Blechkleid so, dass ein Patient auf einer per
Rollen schiebbaren Trage in liegendem Zustand
transportiert werden konnte - mangels Länge des
gesamten Fahrzeugs nahm die Trage
höchstwahrscheinlich die gesamte Länge von
knapp hinter der Heck- bis zur Frontscheibe in
Anspruch. Einzig über eine an der linken Seite
angeschlagenen Hecktür war der spärliche
Innenraum zugänglich, denn neben der Trage fand
nichts Weiteres Platz darin. Dies entsprach dem
damaligen Gedanken eines Krankentransports
und zwei kleine, runde Signalleuchten mit dem
roten Kreuz am Kühlergrill und am Dach des
Hecks machten den Tatra 57 B als Sanitätswagen
optisch erkennbar. Zudem deuteten auch die
obligatorisch halb abgedeckten Scheiben auf
diesen Verwendungszweck hin.
Über den Werdegang den Versuchsträgers ist
außer den überlieferten Fotos nichts bekannt,
gesichert ist jedoch, dass er ein Unikat blieb und
nicht überlebte. Ob die politische Entwicklung in
dieser kurzen Vorkriegszeit einer eventuell
geplanten Serienfertigung im Wege stand, kann
nicht ausgeschlossen werden