Einstmals konkurrenzfähig
Motoren, die mit Dampf betrieben werden sind naturgemäß als Dampfmaschinen bekannt und stehen heute vor allem in Museen - als Zeitzeuge für eine alte, stationäre Bauart zur Erzeugung von Energie. Die Zeit, in der diese Art der Energiegewinnung als effektiv und zeitgemäß angesehen wurde ist weltweit schon etliche Jahrzehnte vorbei. In der Ära ab 1900 bis in die ausgehenden 1920er Jahre war ein per Dampf betriebener Motor jedoch eine ernsthafte Alternative zum Antrieb von Nutzfahrzeugen.
Größter Befürworter des per Dampf angetriebenen Motors war die britische Firma `Sentinel Steam Waggon´, deren Ursprünge bis ins Jahr 1875 zurückreichten. Seit 1906 führten sie den Namen „Sentinel“ in der Firmenbezeichnung. Die Firma wurde mit ihrem Dampfantrieb so berühmt, dass in der Folgezeit nahezu jeder Dampfmotor in Fahrzeugen mit dieser Firma in Verbindung gebracht wurde und führt sogar dazu, dass mit diesem Antrieb ausgestattete Autos schlichtweg nur mit dem Wort „Sentinel“ gleichgesetzt wurden!
Als nach dem Ersten Weltkrieg der Rüstungskonzern Škoda nach einer neuen Orientierung suchte, übernahm das Werk ab 1924 die Lizenzfertigung der Dampfmotoren von Sentinel Waggon Works Ltd. Die Nachfrage nach Dampfkraftwagen für die Transportbranche dürfte zu diesem Zeitpunkt bereits ihren Zenit überschritten haben und dennoch war vermutlich die Fertigung so wirtschaftlich, dass das Unternehmen bis 1935 daran festhielt - die über zehnjährige Dauer konnte aber durchaus auch mit der langen Laufzeit der Lizenz begründet sein. Wie viele der wuchtigen Dampflaster mit dem Škoda-Schriftzug tatsächlich gefertigt wurden, ist nicht bekannt, es dürften jedoch nicht viele gewesen sein.